In der Luft- und Raumfahrtindustrie, in der raue Umgebungsbedingungen an der Tagesordnung sind, ist ein hohes Sicherheitsniveau unverzichtbar. Dazu gehört, die Sicherheit von Personal, Werkzeugen, Material und Flugzeugausrüstung zu gewährleisten, um Zwischenfälle zu verhindern und Produktivitäts- und Qualitätsverluste zu vermeiden. Häufig sind die für Produktion, Instandhaltung oder Flughafenbetrieb benötigten Werkzeuge und Materialien nicht verfügbar, defekt oder falsch kalibriert. Jedes Jahr sind vergessene oder verlorene Werkzeuge (FOD: Foreign Object Debris, also Fremdkörper) bei Montage- oder Wartungsarbeiten auf Start- und Landebahnen oder in kritischen Bereichen für 30 % der Zwischenfälle in der zivilen Luftfahrt verantwortlich – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
FOD: ein großes Risiko für die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie
Was bedeutet FOD in der Luftfahrt?
FOD steht für „Foreign Object Damage“ (Fremdkörperschaden) bzw. „Foreign Object Debris“ (Fremdkörper) und bezeichnet in der Luft- und Raumfahrt das Risiko durch Fremdkörper oder Rückstände. Zu FOD zählen alle Ausrüstungsgegenstände, Werkzeuge, Materialien und sonstigen Objekte, die die Funktion von Flugzeugen, Triebwerken oder Steuerungssystemen beeinträchtigen können. Die Schäden reichen von geringfügig bis schwerwiegend und sind oft kostspielig – mit Folgen für Instandhaltung und Flugbetrieb. Die Reparaturkosten können leicht 20 % des ursprünglichen Preises des beschädigten Teils übersteigen und belasten so Produktionslinien und Luftfahrtunternehmen.
Beispiele für FOD in der Luftfahrt:
- Vergessene Werkzeuge im Triebwerksraum oder im Flugzeug nach Reparaturen oder während der Montage.
- Wartungsrückstände auf Start- und Landebahnen oder in Hangars.
- Defekte oder falsch kalibrierte Bauteile, die bei Wartungsarbeiten verwendet werden.
Schulung und Prävention: zentrale Maßnahmen zur FOD-Vermeidung
Auch wenn die RFID-Technologie eine entscheidende Rolle spielt, erfordert ein wirksames FOD-Management zudem kontinuierliche Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Regelmäßige Schulungsprogramme sowie häufige Inspektionen kritischer Bereiche wie Start- und Landebahnen, Hangars und Flughäfen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass keine Fremdkörper vorhanden sind. Auch Praktiken wie „Clean-as-you-go“ haben sich bewährt: Wartungsteams entfernen Rückstände, sobald sie entdeckt werden.
Ein zentrales Element dieses Ansatzes ist die Einführung strenger Kontrollverfahren, etwa eine Werkzeugkontrolle mit intelligenten Schränken oder RFID-Werkzeugwagen, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleisten.
RFID: die Lösung zur Rückverfolgbarkeit für eine wirksame FOD-Prävention
Die RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) ist eine leistungsstarke Lösung, um Werkzeuge, Teile und Materialien in der Luft- und Raumfahrtindustrie zu verwalten und zu verfolgen. Laut dem National Aerospace FOD Prevention Program kosten Fremdkörperschäden die Luftfahrtindustrie jährlich 4 Milliarden US-Dollar – eine Summe, die sich durch den Einsatz von RFID deutlich senken ließe.
Intelligente Schränke und RFID-Werkzeugwagen erkennen vergessene Werkzeuge
RFID-Schrank NexCap® XL: Werkzeuginventur in Echtzeit
Der für Produktionsumgebungen konzipierte RFID-Schrank NexCap® XL bietet Platz für bis zu 400 RFID-gekennzeichnete Werkzeuge und erfasst Werkzeugbewegungen präzise und mit Zeitstempel. Der Schrank ist mit 220-V-Steckdosen zum Laden akkubetriebener Werkzeuge ausgestattet und ermöglicht so eine umfassende Echtzeitverwaltung der in der Luftfahrtinstandhaltung eingesetzten Ausrüstung.
Diesen Schrank entdecken
RFID-Werkzeugwagen NexCap® X-Draw und X-Draw Small
Diese Werkstattwagen bringen die Werkzeugverwaltung in eine neue Ära: Sie ermöglichen eine präzise und effiziente Rückverfolgbarkeit aller Werkzeugbewegungen (Entnahme, Rückgabe, Kalibrierung usw.). Sie bieten Platz für bis zu 200 RFID-gekennzeichnete Werkzeuge, eine Tragfähigkeit von 30 kg pro Schublade, modulare Schubladen und einen 15-Zoll-Industrie-Touchscreen. Sie eignen sich ideal für Montagelinien und MRO-Werkstätten.
Mehr über diesen Werkzeugwagen erfahren
Potenzielle FOD suchen und bergen
Geht ein Werkzeug verloren, bietet die RFID-Technologie eine effiziente Lösung, um es schnell zu orten und potenzielle Fremdkörperschäden zu vermeiden. Dank berührungsloser Lesung mit großer Reichweite kann RFID ein mit einem RFID-Chip ausgestattetes Werkzeug aus mehreren Metern Entfernung erkennen. Mit einem mobilen Lesegerät kann ein Bediener oder Werkzeugverantwortlicher die Bereiche absuchen, in denen das Werkzeug zuletzt gesehen wurde.
NEXESS hat ein umfassendes Ökosystem zur FOD-Bekämpfung mit RFID-Technologie entwickelt. Intelligente Schränke und Werkzeugwagen erkennen Werkzeuge, die nicht an ihren vorgesehenen Lagerplatz zurückgelegt wurden. Mit der Softwareplattform NexCap und einem Tablet lassen sich verlorene Werkzeuge mithilfe eines mobilen UHF-RFID-Lesegeräts orten. Das ist die Lösung NexCap MAT (Mobile Assets Tracking).
Ergänzende Technologien und Ausrüstung zur FOD-Prävention
Neben RFID-Lösungen bieten weitere innovative Ausrüstungen wie spezielle Werkzeugtaschen oder Aufbewahrungsboxen aus robusten Materialien zusätzliche Möglichkeiten, Werkzeuge in rauen Umgebungen zu verwalten. Diese Lösungen dienen dazu, Werkzeuge zu ordnen und zu sichern und so das Risiko von Verlust oder Fehlplatzierung zu verringern.
Auch in RFID-Werkzeugverwaltungssysteme integrierte Taschen tragen wirksam zur FOD-Prävention bei. In Kombination mit RFID-Technologien ermöglichen sie eine dynamische Rückverfolgbarkeit der Werkzeuge und steigern Sicherheit, Produktivität und Effizienz im Luftfahrtbetrieb.
Fazit
FOD stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Luft- und Raumfahrtindustrie dar und verursacht erhebliche Kosten sowie potenzielle Sicherheitsrisiken. Durch die Integration von Lösungen zur RFID-Rückverfolgbarkeit lassen sich diese Risiken wirksam verringern, Wartungspraktiken verbessern und die Verwaltung von Werkzeugen und Teilen optimieren. Durch die Kombination aus fortschrittlicher Technologie, kontinuierlicher Schulung und Wachsamkeit vor Ort kann die Luftfahrtindustrie eine deutliche Reduzierung FOD-bedingter Zwischenfälle erreichen und so Sicherheit, Produktivität und Qualität steigern.
FAQ
FOD (Foreign Object Damage) bezeichnet jeden Fremdkörper, der Schäden an Flugzeugen oder deren Komponenten verursachen kann. FOD stellt ein großes Risiko für die Flugsicherheit dar und kann zu hohen Reparaturkosten sowie Produktionsunterbrechungen führen.
RFID ermöglicht eine präzise Verfolgung von Werkzeug- und Teilebewegungen und erfasst jede Nutzung, jede Übergabe und jeden Standort. So wird sichergestellt, dass keine Werkzeuge in kritischen Bereichen vergessen werden, und eine Rückverfolgbarkeit in Echtzeit gewährleistet.
RFID–Schränke bieten Stauraum, der auf die für die Wartung benötigten Werkzeuge und Ausrüstungen zugeschnitten ist. Sie verfügen über Touchscreens, einen Zeitstempel für jede Werkzeugbewegung und integrierte Ladesysteme – für eine präzise und fehlerfreie Verwaltung.
Neben der RFID-Technologie sind auch spezielle Werkzeugtaschen, robuste Aufbewahrungsboxen und regelmäßige Reinigungsmaßnahmen unerlässlich, um den Verlust oder die Fehlplatzierung von Werkzeugen und Bauteilen in sensiblen Bereichen zu verhindern.

Français
EN
